15.10.2020 Korken für den Kranichschutz

Foto: NABU Wittenberg.

V.l.n.r.

Mathias Zdzieblowski (im Vorstand NABU Kreisverband Wittenberg und NABU Landesverband Sachsen-Anhalt

Kathrin Liersch (Ansprechpartnerin NABU KORKkampagne Wittenberg)

Roger Zimmermann (Mitarbeiter im NABU-Zentrum "Im Stadtwald")


NABU-Zentrum "Im Stadtwald" wird offizielle Hauptsammelstelle der KORKampagne

 

NABU-Zentrum "Im Stadtwald, 15.10.20

 

Das NABU-Zentrum „Im Stadtwald“ ist offizielle Korken-Sammelstelle. „Wir sammeln seit Jahren Korken und viele Bürger nutzen die Möglichkeit diese hier abzugeben. Jetzt sind wir offizielle Sammelstelle und direkt dem Netzwerk angeschlossen. Die Aktion ist komplett ehrenamtlich. Weder der NABU Wittenberg, noch das NABU-Zentrum verdient daran. Hier zählt es die Umwelt etwas Gutes zu tun und jede Bürgerin und jeder Bürger kann mitmachen!“ Mathias Zdzieblowski vom NABU Kreisverband Wittenberg e. V. Also: Korken – natürlich nur die aus Natur-Kork - zuhause sammeln, mitbringen und in das Sammelnetz im NABU-Zentrum „Im Stadtwald“, Reinsdorfer Weg 46, 06886 Lutherstadt Wittenberg, grüner Einwurfkasten werfen. „Das hilft dem Klima, der Natur und sichert Arbeitsplätze.“ Der Naturschutzbund NABU organisiert die „KORKampagne“ mit dem Motto „Korken für den Kranichschutz“, denn durch die Kampagne werden Naturschutzprojekte für den Kranich und Deutschland und Spanien unterstützt.

 

Die KORKampagne wurde 1994 vom NABU Hamburg gestartet. Mittlerweile hat sich das Projekt mit über 1.200 offiziellen Korken-Sammelstellen in ganz Deutschland ausgeweitet. Das ehrenamtliche Projekt und alle Beteiligten unterstützen den Umweltschutz, denn die gesammelten Korken werden an gemeinnützige Einrichtungen weitergegeben und dort zu Granulat recycelt. Da Kork ein nachwachsender und alterungsbeständiger Rohstoff ist, kann er so als umweltfreundliche Alternative zu Kunststoffen verwendet werden, zum Beispiel als Wärme- und Schallisolierung im Hausbau. Damit helfen die Korken auch CO2 einzusparen. Und jeder einzelne Korken, der aus der Rinde der Korkeiche gewonnen wird, speichert gut 6g CO2, solange er nach dem Gebrauch nicht in der Müllverbrennung landet. Durch die Verarbeitung der Korken in gemeinnützigen Projekten, werden zudem Arbeitsplätze für benachteiligte Menschen gesichert.

 

Außerdem kommt die KORKampagne dem Naturschutz zugute, indem ein Teil des Erlöses aus dem Dämmgranulat-Verkauf in Kranichschutzprojekte in Spanien und Deutschland fließt.

 

Es sind bis zu 100.000 der langbeinigen und für ihren Balztanz bekannten Kraniche, die im Herbst über unsere Köpfe hinweg gen Süden fliegen. Ihr Überwinterungsgebiet sind die Korkeichenwälder im Südwesten der iberischen Halbinsel, die einzigartigen „Dehesas“.

 

Doch dieser Lebensraum der Kraniche sowie anderer vom Aussterben bedrohter Tierarten ist stark gefährdet. Denn in den 1960er Jahren ging die Nachfrage nach dem Rohstoff Kork auf Grund von billigeren Kunststoffen zurück und die Korkwirtschaft befand sich daraufhin lange Zeit in einer Krise. Das Interesse an der traditionellen, nachhaltigen und schonenden Bewirtschaftung der Korkeichen blieb folglich aus. Um dem Preisverfall entgegenzuwirken, versuchte man die Korkernte zu erhöhen, was zur Übernutzung der Eichen führte. Bauprojekte zerstörten die Waldbestände und eine kostenintensive Neuanpflanzung wurde abgelehnt. Heute hat man den Wert der Korkeichenwälder erkannt und versucht sie durch Naturschutz und nachhaltige Nutzung zu erhalten.

 

Unterstützt wird die NABU KORKampagne von der Hermes Logistik Gruppe Deutschland. Als Logistikpartner des Projekts holt Hermes die Flaschenkorken an rund 400 Haupt-Sammelstellen in ganz Deutschland ab und transportiert sie zum Verarbeiter. Die KORKampagne hat mittlerweile fast 100 Millionen Flaschenkorken zur Verarbeitung weitergeben können. Doch von den über eine Milliarde Natur-Korken, die jährlich in Deutschland anfallen, werden bisher nur etwa 10-15% recycelt.

 

Mathias Zdzieblowski mit der Bitte an die Bevölkerung: „Wir suchen auch Zweigsammelstellen in Behörden und öffentlichen Einrichtungen oder Unternehmen, die ebenfalls Korken entgegennehmen und dann zu uns in das NABU-Zentrum bringen. So ist der Aufwand für die Bürger geringer. Vielleicht gibt es Institutionen oder Firmen in der Region Jessen, Bad Schmiedeberg, Gräfenhainichen oder Coswig, die sich anschließen möchten als Nebensammelstelle. Auch Restaurants können Ihre Korken sammeln und nicht wegwerfen. Das spart Müllkosten bei den Unternehmen und schon die Umwelt.“

 

Die ersten Pakete sind diesen Dienstag, 27.10.2020 durch Hermes auf den Weg gegangen und die nächsten folgen nächste Woche.

 

Helfen Sie mit, dass es mehr werden: Korken nicht wegschmeißen, sondern im NABU-Zentrum „Im Stadtwald“ abgeben.

 

Sie wollen helfen und ggf. Zweigsammelstelle werden? Sie beitzen ein Restaurant und haben Mengen an Korken für den Kreislauf und möchten Gutes tun?

 

Melden Sie sich, wir freuen uns auf Ihre Email.

 

Ansprechpartnerin

Kathrin Liersch

info@nabu-wittenberg.de

 

Weitere Informationen auf: www.korkkampagne.de

 


Danke an die Redaktion des Wochenspiegel und ide Verfasserin Antje Weiß

 

Links zum Wochenspiegel:

https://www.wochenspiegel-web.de

 

11. November 2020 Wochenspiegel
11. November 2020 Wochenspiegel

Danke an die Redaktion der MZ Wittenberg und die Verfasserin Frau Schmidt

 

Link zur Mitteldeutschen Zeitung:

https://www.mz-web.de/wittenberg/aktion-am-nabu-zentrum-wittenberg-korken-fuer-kraniche-37546726